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Herzlich willkommen auf unserem Schlemmerbalkon! Begleite uns durch das Balkon-Gartenjahr und teile mit uns unser Gärtnerglück und manchmal auch -pech.. Wir verraten hier unsere Tipps und Tricks, damit auch Dein Balkon zum Schlemmerbalkon wird! Wir wünschen Dir viel Spaß!

Jiaogulan

52 Kommentare

DSC00913Das Kraut der Unsterblichkeit oder auch Kraut der Hundertjährigen, gehört zur Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Man kann sie als Tee, Salat oder Gemüse zubereiten, wobei die Zubereitung als Tee die weltweit am meist genutzte Möglichkeit ist.

Sein botanischer Name lautet Gynostemma pentaphyllum, es trägt aber noch viele weitere Namen, unter anderem kennt man es als Frauenginseng, Miracle Grass, 5-Blatt-Ginseng,  Amachazuru (Japan). Selbst in China hat Jiaogulan noch einen zweiten Namen, man nennt es hier auch Xiancao.

Der Wissenschaft aufgefallen ist das Kraut, als man Untersuchungen in den chinesischen Provinzen Guizhou, Guangxi und Shicuan Studien durchführte, in welchen man untersuchte, warum überdurchschnittlich viele Menschen mit einem Alter um 100 Jahren lebten. Man stellte fest, dass in diesen Regionen die Bewohner täglich Tee aus Jiaogulan tranken. Im Rahmen der Forschungen wurden andere Faktoren wie zum Beispiel Genetische Voraussetzungen oder das Klima in den Provinzen ausgeschlossen. Von daher kam die Wissenschaft zum Schluss, dass die Langlebigkeit der Menschen in diesen Regionen mit dem Genuss dieser Pflanze zusammenhängen muss.

Aufgefallen war die Tatsache, dass in diesen Regionen so viele alte Menschen lebten, als eine Volkszählung durchgeführt wurde. Dies war aber erst in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts!

In den Jahren nach der ersten Studie forschte man intensiv an dem Kraut und stellte fest, dass es eine ganze Reihe von Saponinen beinhaltet, welche dem Ginseng sehr ähnlich oder sogar identisch mit ihm sind. Man sagt dem Kraut nach es sei wie Ginseng – nur besser!

Neben den dem Ginseng ähnlichen oder auch gleichen Saponinen hat das Kraut der Hundertjährigen aber noch viel mehr zu bieten! Weitere nachgewiesene Inhaltsstoffe sind unter anderem Polysaccharide, Aminosären, Vitamine, Flavenoide, Mineralien, Proteine und verschiedene Spurenelemente. Außerdem regt Jiaogulan die Produktion und Ausschüttung von körpereigenen Radikalenfängern an. Neudeutsch würde man das Kraut aufgrund dieser Fähigkeit wohl als „Anti-Aging-Kraut“ bezeichnen.

Über die Pflanze an sich wurde schon um 1.400 n. Christus berichtet. In der Ming-Dynastie, welche von 1368 – 1644 andauerte, wurde sie erst nur als gesundes Nahrungsmittel erkannt. 1406 wird sie das erste Mal im Buch „Heilkräuter gegen die Hungersnot“ beschrieben. Der Autor des Buches hieß Zhu Xiao.

Das Kraut war immer ein Bestandteil der chinesischen Volksmedizin. 1991 wurde Jiaogulan im Rahmen der internationalen Konferenz für TCM (traditionelle chinesische Medizin) als eines der zehn wertvollsten Kräuter eingestuft.

Dem Kraut wird eine hohe Heilwirkung bei vielen Erkrankungen nachgesagt. Unter anderem wirkt es wie folgt:

  • DSC00912blutdrucksenkend
  • verhindert stressbedingte Krankheiten in dem es die Nerven beruhigt, wirkt aber gleichzeitig bei schwachen Nerven nervenstärkend
  • stressabbauend
  • stoffwechselfördernd
  • cholesteriensenkend
  • herzstärkend
  • lindert Schlafstörungen
  • beugt Schlaganfall und Herzinfarkt vor
  • hilft gegen ausdauernde Müdigkeit
  • blutreinigend
  • durchblutungsfördernd
  • entgiftend

Man spricht auch von einer krebshemmenden Wirkung. Diese ist jedoch wissenschaftlich bei Menschen nicht bewiesen.

Die Wirkung von Jiaogulan wird als adaptierend, also als regulierend beschrieben. Man sagt, dass sie Energie dort senkt wo zu viel ist, jedoch die Energie an anderer Stelle, wo zu wenig ist, anregt. Sie macht also bei Müdigkeit wach, hilft aber auch gegen Schlaflosigkeit. Ebenso kann sie den Blutdruck entweder senken wenn er zu hoch ist, oder zu niedrigen Blutdruck steigern. Ganz so wie es der Körper braucht.

Die ausdauernde Schlingpflanze ist in China, Taiwan, Japan, Korea, Thailand und in weiteren Teilen Asiens beheimatet. An kleinen Bäumen und Sträuchern wächst sie dort hoch und ist bis in eine Höhe von 3.200 Meter über dem Meer zu finden. Sie ist winterhart und hält Temperaturen bis -18 Grad aus. Die krautige Pflanze ist im Ursprung einjährig, wenn sie sich jedoch an einem Standort richtig wohl fühlt, wird sie durchaus mehrere Jahre alt. Im Herbst sterben dann die oberirdischen Bestandteile der Pflanze ab, im Frühjahr schlägt sie dann wieder aus. Sie bevorzugt einen humosen, nicht zu lehmigen Boden und will immer gut mit Wasser versorgt sein.

DSC00916Die Blätter des Krautes der Unsterblichkeit sind aus fünf bis neun Blättchen zusammengesetzt. Die endständigen Blätter sind annähernd symmetrisch und zwischen 4 und 14 Zentimeter lang. Die Breite reicht von 2 bis 5 Zentimeter. Alle anderen Blättchen sind ebenfalls fast symmetrisch, jedoch von der Größe her um einiges kleiner. Die komplette Pflanze kann eine Wuchshöhe von vier bis hin zu acht Metern erreichen. Die Ranken sind meist mehrmals vergabelt und verhaken sich untereinander.

Die Blütenstände sind bis zu 30 Zentimeter lang. Die Früchte sind runde, glatte Beeren mit einem Durchmesser zwischen 5 und 8 Millimetern. Wenn die Früchte reif sind, haben sie eine dunkelgrüne bis fast schwarze Farbe.

Man kann sie in den Garten setzen, oder auch in Kübeln sowie Töpfen halten, alles in allem ist sie recht pflegeleicht. Sie kann an einem Rankgitter hochwachsen, macht sich aber auch in einer Pflanz-Ampel als Hängepflanze gut. Liegen die Ausläufer der Pflanze auf dem Boden auf, bilden sie sehr schnell Wurzeln.

Die Aussaat mittels Saatgut gestaltet sich in kühleren Regionen meist schwierig, es empfiehlt sich daher eher auf Jungpflanzen zurück zu greifen.

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52 Kommentare zu “Jiaogulan

  1. Was du nicht alles hast und weißt, … :mrgreen;

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  2. Das kannte ich noch nicht! Was machst Du damit?

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  3. Da steht dem hohen Alter in Gesundheit ja nichts mehr im Wege – fehlt nur noch ein entsprechendes Geldbäumchen für die Rente bis 100 🙂

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  4. Dann müsst ihr das mal testen und dann schauen wir weiter 🙂

    LG Mathilda 💜

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  5. Habe ich eine zeitlang regelmäßig als Tee getrunken, 100 bin ich noch nicht, aber vielleicht werde ich es ja? Lg Marlies

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  6. Ein herrliches Kraut, das auch den Schnecken ein hohes Alter erlaubt;-)

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  7. Das ist ja Klasse. Kannte ich vorher noch nicht.
    LG Doppelmama

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  8. Danke an Euch für die ausführliche Info, sehr interessant ♥
    Ganz liebe Grüße von der ♥ Pauline ❤

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  9. Wie wird diese Pflanze verwendet?

    lg
    Maria

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  10. Jetzt weiß ich endlich, wie mein Schatz, der diese Pflanze ja auch hat, sein jugendliches Aussehen bewahrt! ☺☺☺
    In welche Richtung schmeckt das Kraut denn in etwa?

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    • Ja! Also gibt es auch in Mitteleuropa schon lebende Beweise für die gute Wirkung! 😉
      Sie ist kräftig im Geschmack, beschreiben würden wir ihn als eine Mischung aus leicht bitter und nussig. Ein ganz eigener Geschmack, wir mögen ihn gerne!
      LG
      AnDi

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  11. Ooooh, Ihr seid so super! Ich habe mir auch eins gekauft und nun weiß ich, warum es nicht so recht wachsen will – es braucht noch mehr Rankhilfe! Werde ich gleich heute Nachmittag erledigen, Danke! 😀
    Als ich das mit Blutdrucksenkung las, habe ich erst einen Schreck bekommen. Ich habe niedrigen, außer, mich ärgert jemand, dann ist er ruckzuck auf 240. 😀
    Aber wenn es regulierend wirkt, dann passt es super. Viele Grüße und Danke nochmal für den ausführlichen Beitrag. ❤

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  12. Schmeckts denn? Ginseng finde ich nämlich z.B. ziemlich scheußlich – auf die Weise will ich dann keine 100 werden…
    Liebe Grüße, Tring

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    • 😀 😀
      Das mit dem Geschmack ist ja immer so ein persönliches Ding. Wir würden den Geschmack leicht bitter und ein wenig nussig, aber kräftig im Geschmack beschreiben….
      Ja, manche Sachen gehen nicht an einen! Und dann kann man sich die Sache auch nicht gesund, äh schön reden. 😉
      Liebe Grüße
      AnDi

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  13. möge es gut gedeihen, schönen Donnerstag, Klaus

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  14. Ich erinnere mich noch gut, dass meine Oma auf dieses Kraut geschworen hat und in ihrem Garten war es sehr verbreitet. Sie hat es allerdings nur als Tee genutzt, egal ob frisch oder getrocknet.
    Ihr hat es jedenfalls glücklich 89 Jahre beschert 😉

    Und mich habt ihr heute auf die Idee gebracht, dass ich mal beim Gärtner danach schaue.

    Danke für den tollen Bericht
    und einen sonnigen Gruß,

    Uschi

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  15. Das ist ja höchst interessant. Danke!
    Vielleicht kaufen wir uns mal sowas.

    Gefällt 1 Person

  16. Toller Beitrag. Und wenn ich auf eurem Balkon schlemme macht ihr mir ein Tässchen Tee zum Probieren. 😊

    Gefällt 1 Person

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